Mittwoch, 7. Juli 2010

****Das hat sie noch nie gemacht****

War heute morgen mit Kira auf einem abgeernteten Kartoffelacker unterwegs.
Er war nicht gerade *jungfräulich*, sondern man sah noch viele Spuren von den Kartoffelstopplern.
Doch das war für sie kein Problem.
Und nun kommts: auf der 1. langen Gerade (400 Schritte) alle 50 Schritte 1 Leckerlie.
Sie suchte anfangs sehr gut, liess sich auch die Leckerlies schmecken.
Dann blieb sie mal wieder stehen, schnüffelte ganz intensiv in einem Fussabdruck, ich dachte, dass da ein Leckerlie liegt, doch, oh Schreck, sie setzte sich hin zum Pinkeln!
Hallo! Ich dachte, ich seh nicht richtig. Ein sehr lautes NEIN und ein Schubser mit dem Fuss zum Popo und dann wieder *such*, was sie dann auch machte und ich sie leise lobte. Und Alles lief dann wieder vollkommen normal ab.

War meine Reaktion ok?
Oder wie hätte ich reagieren sollen?
Warum hat sie das gemacht?


Fragen über Fragen, hab mich bei unseren *alten* Hasen im Hu-Verein, Fährtenforum und guten Fährtenfreunde schlau gemacht.
Fazit: also meine instinktive Reaktion war vollkommen richtig.
Also hoff ich, dass sie und auch ich daraus gelernt haben.

Sonntag, 13. Juni 2010

Bericht aus dem Tagebuch eines „Fährtenlegers“

Ich muss verrückt sein….
es ist Sonntag, eigentlich finde ich Sonntage schön, weil man da ausschlafen kann….
nicht so dieser Sonntag, denn es ist 6 Uhr und ich bin schon seit 5 Uhr morgens auf den Beinen…….
warum, nun, weil ich mit meinem Hund „fährten“ wollte (ich sagte es bereits, ich MUSS DEFINITIV verrückt sein,…..
also Wecker rechtzeitig stellen, aufstehen, duschen, Fleischwurst schneiden, dann mit dem Hund fürs Morgengeschäft raus….
ab ins Auto und ab ins Fährtengelände….
Zeit für einen ruhigen Kaffe zu Hause habe ich nicht, also nehme ich mir eine Tasse mit ins Auto……
es erübrigt sich wohl zu sagen, dass die Hälfte meines Kaffees nicht im Magen sondern auf meiner Hose landet, warum muss der einzige Autofahrer der sich zu dieser unchristlichen Zeit am Sonntag morgen auf der Strasse befindet auch so abrupt bremsen….
na ja, egal, ich habe ja eh nur die Hundeklamotten an.....
auch geil“ denke ich, es ist Sonntag und Du läufst rum wie der letzte Louis, hoffentlich sieht Dich keiner……
auf der Fahrt zum Gelände frage ich mich immer wieder: “Warum tust Du dir das an?…..
Es ist SONNTAG“…..
und ich gebe mir gleich selbst die Antwort: „DU bist ja Hundesportler“…….
aber so richtig befriedigt mich die Antwort nicht (irgendwie will der Gedanke an mein warmes und weiches Bettchen nicht aus meinem Kopf.....
schei….. Hundesport, denke ich)……
Ich komme zum Fährtengelände, kaum steige ich aus dem Auto, fängt Petrus sich zu waschen an, sprich….
es regnet Bindfäden….na toll!!……
egal, jetzt bin ich schon hier(immerhin habe ich eine Strecke von ca. 15 km hinter mir, denn unverschämter weise ist das Fährtengelände nicht direkt vor meiner Haustür), also fange ich an hier in der Walachei die Fährte zu legen…..
100 Schritte geradeaus, dann 100 Schritte nach rechts, immer unterbrochen durch das Legen der Leckerchen, mein Rücken schmerzt schon ein wenig, mein Rücken will ins weiche Bettchen, ICH will ins weiche warme Bettchen, stattdessen bücke ich mich hier im Regen immer und immer wieder und lege fettige Fleischwurst in meine eigenen Fußstapfen......
hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich verrückt bin???......
beim zweiten Winkel merke ich, wie mir allmählich das Wasser in den Kragen läuft, meine Schuhe sind natürlich auch komplett nass……
tja, die Gummistiefel stehen warm und trocken zu hause…
DIE haben es gut, denke ich und beende das Legen der Fährte mit weiteren 100 Schritten…
zurück zum Auto, wo mein Hund schon jault, denn er weiß ja was gleich kommt…..
aber noch nicht, die Fährte muss noch 20 Minuten „ziehen“, also setze ich mich in den Kofferraum, um ein wenig vom Regen geschützt zu sein, ach ja Kaffee wäre jetzt nicht schlecht, denke ich, während ich mir den braunen Fleck auf meiner Hose betrachte….
vielleicht sollte ich ein wenig dösen, denke ich, es ist ja auch noch so früh, und dazu noch SONNTAG, aber als ob mein Hund meine Gedanken erahnt hätte, beginnt er wieder ein Jaulkonzert mit einem ständigen Refrain: “ lass mich raus, lass mich raus“……
es nervt ein wenig, aber irgendwie verstehe ich den Vierbeiner, was weiß der denn schon auch über Sonntage denke ich, während ich ihn zur Beruhigung am Kopf kraule….
nach 20 endlosen Minuten (in der Zeit habe ich mindestens 5 mal die 10 m Fährtenleine auf – und abgerollt) hole ich meine „Kleine“ aus der Box, nebenbei wird mir gleich ein wenig der Arm ausgekugelt, so sehr zieht sie in Richtung Wiese, na toll, wenn ich vorher nicht richtig wach war, JETZT bin ich es…..
also Hund zurückgerufen, immerhin muss ich ja noch das Fährtengeschirr anlegen…….
Das Gejaule des Hundes wird fast unerträglich, als ich das Geschirr anlege, denn jetzt weiß meine „Kleine“ definitiv, was sie erwartet…..
allerdings, vielleicht ist das Gejaule ja gar nicht so schlimm, vielleicht liegt es an meinen empfindlichen Ohren, hatte ich eigentlich schon erwähnt dass es Sonntag ist, sehr, sehr früh, viel zu früh, dass es regnet und das ich verrückt bin??……
und los geht es zum Fährtenabgang…..
Hund setzt sich hin, schaut mich erwartungsvoll an, hängt sozusagen an meinen Lippen: “los, los Herrchen, sag doch bitte, bitte das Zauberwort!“….
und der immer stärker werdende Regen sorgt dafür, dass ich den Hund nicht mehr länger zappeln lassen möchte……
SUCH, und los geht’s, wer jetzt glaubt, meine Kleine stürmt nach vorne, wie sie es noch gerade am Auto getan hat, der irrt, im Gegenteil, Nase nach unten, und sehr konzentriert geht sie ans Werk, muss sie ja auch, irgendwo muss ja ein Leckerli kommen……..
langsam gleitet die 10 Meter Leine durch meine Hände…….
ich gehe langsam hinter dem suchenden Hund her, schaue mir mit Faszination an, wie konzentriert sie sucht…..
schreiende Krähen, ein aufgeschreckter Junghase, all das können sie nicht von der Arbeit abhalten, vergessen ist der Regen, vergessen die Müdigkeit und das dringende Bedürfnis nach einem heißen Kaffee….
ich habe nur Augen für meinen Hund, der erste Winkel kommt….
super genommen, auch der erste Gegenstand klasse verwiesen…..
zweiter Winkel nicht ganz perfekt aber dennoch noch im Rahmen, das letzte Drittel der Fährte ein wenig schnell, gutes Ende sofort verwiesen und erwartungsvolles Gucken, wann denn endlich das Spielzeug fliegt…………
und ich tue ihr den Gefallen……
dann wieder Richtung Auto, ich bin komplett nass, jeder meiner Schritte wird von meinen nassen Socken mit einem Quietschen quittiert, mir ist kalt aber irgendwie macht es mir nichts aus, seltsamerweise fühle ich mich sogar wohl, bin stolz auf meinen Hund, bin auch ein wenig stolz auf mich, darauf, dass das Training fruchtet, darauf das ich früh aufgestanden bin, es regnet, doch für mich scheint innerlich die Sonne,…….
Hund springt freudig ins Auto (er weiß, ich habe immer noch leckere Fleischwurst übrig, die er immer im Auto nach der Fährte bekommt)….
und während die Fleischwurst vertilgt wird, kraule ich die Ohren und flüstere meiner „Kleinen“ zu:“ Gut gemacht!“…..
ich schließe den Kofferraum und auf dem Weg zum Fahrersitz schaue ich zum Himmel, schaue in den Regen, lächele und denke bei mir:“ Nein, Du bist nicht verrückt, ganz und gar nicht!“

Samstag, 12. Juni 2010

durch die Pfütze

Gestern hab ich Kira mal getestet:
Normale Fährte auf einem sandigen Acker und am Schluss musste sie über einen asphaltierten Weg, durch eine sehr grosse Schlammpfütze weiter auf eine Wiese.
Und, oh Wunder, sie lief durch die Pfütze - ohne zu schlabbern - weiter auf die Wiese!!! SUUUUPER! Toll gemacht meine Maus!

Muss doch mal meine Cam mitnehmen und die Schwierigkeiten fotografieren.

Freitag, 4. Juni 2010

viel Neues

Kira und ich waren sehr, sehr fleissig und es wird mit Erfolg belohnt.
Im Moment gehe ich keine komplette Fährte mit ihr, sondern übe Schwierigkeiten zu überwinden.
Das heisst:
1)Böschungen schräg nach oben und wieder runter durchs hohe(60-70cm)Gras.
2)versch. Wege überqueren (Asphalt, Feld- und Wiesenwege)und alle werden stark von Mensch und Hund oder gar mit dem Auto frequentiert.
3)versch. Bodenbeschaffenheiten (steinharter Stollenacker, Schlammacker, niedriges Grasland, in den Furchen vom bewirtschaftetem Acker.

Was ich unbedingt mit ihr noch testen will, ist, dass die Fährte durch eine Pfütze oder Schlammloch führt.

Das Ablegen an den Gegenständen klappt jetzt immer besser.

Bin rundum sehr zufrieden mit meiner Arbeit und Kiras Leistung.

Montag, 10. Mai 2010

brauner Acker

himmlisch, er ist immer noch naggisch!
Dieses Mal wurde eine gr. Fährte gelegt, mit 5 Winkel, etlichen GS und es war schön Kira zuzuschauen, wie sie in jeden Fusstritt mit ihrer Nase reinging. Selbst die Winkel erschnupperte sie vollkommen korrekt, obwohl sie sehr leicht zu sehen waren.

Hoffentlich bleibt dieser Acker noch lange *jungfräulich*, denn er ist riesengross und somit können wir noch öfters drauf.

Das nächste Mal wollen wir - wie bei der FH1 vorgeschrieben - eine Verleitung legen.
Das schaut dann so aus:
30 Minuten nach Beendigung des Fährtenlegens überkreuzt eine andere Person die eigentlich Fährte. Der Hund darf sich durch diese Verleitung nicht irritieren lassen oder im schlimmsten Falle dieser nachgehen, sondern muss auf der ursprünglichen Fährte bleiben.

Sonntag, 2. Mai 2010

Juchuuu

na, endlich konnte Kira am Samstag beweisen, dass sie fährten kann!
Denn wir fanden einen braunen Acker und da war sie wieder in ihrem Element.
Nase in jeden Fusstapsen rein, Winkel einwandfrei genommen. Die ersten 4 GS super verwiesen. Nur die 2 Letzten etwas zögernd. Rundum schön!

Dienstag, 20. April 2010

Neue Methode

Wir trainieren jetzt wöchentlich 1x und das regelmässig! Bin sehr glücklich darüber.

Da Kira die Grundstockkenntinisse beherrscht, geht es jetzt ums ausfeilen, insbesondere
1.) das ruhige Angehen vom Auto zum Abgang und
2.) das langsame Suchen in der Fährte.


zu 1.) das fällt ihr unwahrscheinlich schwer, weil sie genau weiss "jetzt gehts auf den Acker, juchuuu". Das mächtige Ziehen an der Leine bis zum Abgang wird ab sofort untersagt, sie hat "Fuss" zu gehen und (wie bei der Prüfung) Sitz beim Prüfer (im Moment spielt das die Trainerin) zu machen und warten. Und dann ruhig mit mir zum Abgang gehen. Das müssen wir noch schwer üben!

zu 2.) da hat die Trainerin mal was ausprobiert:
Kira bekommt 2 Leinen an, eine kurze, diese hat die Trainerin in der Hand und läuft am Kopf neben Kira mit.
Und ich die 10m Leine, aber auf 5m verkürzt, laufe hinter Kira.

Sie korrigiert Kira sofort - wenn sie zu schnell wird, nicht richtig sucht oder unkorrekt sich am GS ablegt - mit der Leine und Worten.
Ich verhalte mich absolut ruhig mit der Leine in der Hand.

Muss noch sagen, dass wir dieses Mal 2 Fährten legten: 1. lange Fährte von mir und 2. eine kurze Fährte von der Trainerin zum Abschluss.

Und siehe da, diese 2. Fährte lief Kira absolut ruhig und langsam. Ohne Korrekturen von der Trainerin und meine lange Leine hing zum grössten Teil sogar locker durch!
Jawohl, das wollte meine Trainerin erreichen! Und das dieses soooo schnell von Kira umgesetzt wurde, war fantastisch.

Wir 3 gingen mit einem grossen Glücksgefühl vom Feld, es war einfach super.

Erläuterung: GS= Abkürzung für Gegenstand